Grußwort des neuen Generalintendanten Dr. Ulrich Peters an unsere Mitglieder der Theatergemeinde
Liebe Mitglieder der Christlichen Theatergemeinde Münster, liebe Theaterfreunde,
es ist schon immer ein ganz besonderer Moment, wenn man als neuer Intendant den Theaterbesuchern sein erstes Spielzeitheft vorlegen darf. Man hat lange diskutiert bis der neue Spielplan endlich stand. Und dann erhebt sich die spannende Frage: Wird das, was wir uns aus der faszinierenden Welt der Oper und des Schauspiels, aus dem reichen Repertoire der sinfonischen Werke ausgesucht haben, Ihr Interesse finden? Wie wird die neue Handschrift im Tanz ankommen und wird unsere Art, auf junge Menschen zuzugehen, um sie in die magische Welt des Theaters zu (ver-)führen, ihr Ziel erreichen?
Es ist schön, ein gut geführtes Haus übernehmen zu können, zugleich ist es aber auch eine große Herausforderung. Wir können auf dem Erreichten meines geschätzten Vorgängers aufbauen, wir werden aber auch vielfach Neues wagen und Akzente verschieben - Sie werden also möglicherweise Liebgewonnenes vermissen, dafür aber hoffentlich Anderes, Neues lieb gewinnen. Denn Theater setzt immer ein großes Maß an Offenheit und Neugierde voraus, denn genau das soll es ja: uns auf unterhaltsame, spielerische Weise trainieren für die Veränderungen, denen wir n unserer sich ständig wandelnden Gesellschaft täglich ausgesetzt sind.
Meine Erfahrungen mit den Mitgliedern der Theatergemeinden in Augsburg und München sind höchst erfreuliche, habe ich sie doch als überaus erfahrene, kritische und vor allem neugierige Theaterbesucher kennengelernt und ich bin sicher, dass dies in der kulturbegeisterten Stadt Münster nicht anders ist.
Kunst ist, auch wo sie unterhaltend ist, immer auch ein bisschen anstrengend und fordert Emotionen und diese Emotionen - davon waren die Griechen in der Geburtsstunde des Theaters überzeugt - reinigt die Seele und erfrischt den Geist.
Wir würden also gerne mit Ihnen in einen Dialog über das treten, was "nicht das Sahnehäubchen, sondern die Hefe in unserer Gesellschaft ist": das Theater.
Wir freuen uns auf Sie
Ihr
Dr. Ulrich Peters